Betriebsratswahlen 2026. Herausforderungen und Kampagnen zur Verteidigung von Teilhabe und Demokratie im Betrieb
Projektinhalt
Bei den Betriebsratswahlen 2026 (März bis Mai) stehen die Träger:innen der betrieblichen Mitbestimmung vor besonderen Herausforderungen. Die Wahlen finden in einem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld multipler Krisen statt. Insbesondere der industrielle Sektor ist in starkem Maße von Restrukturierungen und Stellenabbau betroffen. Aber nicht allein in der Industrie, sondern auch in vielen Dienstleistungsbranchen sind die Beschäftigten mit ungewissen Zukunftsaussichten konfrontiert. In für den Erhalt der Mitbestimmung strategisch wichtigen Branchen und Betrieben droht zudem eine Stärkung managementnaher oder rechtsorientierter Gruppierungen und Personen im Betriebsratsgremium. Vor diesem Hintergrund begleitet das Projekt die Betriebsratswahlen mit dem Ziel, betriebliche Demokratie und wirksame Interessenvertretungsarbeit im Sinne der Beschäftigten zu erhalten und zu stärken.
In die Untersuchung einbezogen sind zwei Betriebe aus der Automobilindustrie, die im Zeichen von Dekarbonisierung, Digitalisierung und Krise tiefgreifend restrukturiert wird, sowie ein Betrieb der Handelslogistik und somit einer Branche, die infolge der digitalen Transformation des Einzelhandels eine enorme Ausweitung erfahren hat und wirksame betriebliche Interessenvertretungsstrukturen erst etabliert werden müssen. In dem Projekt werden wir betriebliche Problemstellungen, Kräfte- und Konfliktkonstellationen analysieren, die für die Betriebsratswahlkämpfe und Betriebsratswahlen prägend sind. Wir ermitteln zudem die darauf gerichteten Strategien und Kampagnen der betrieblichen Akteure. Ziel ist, Handlungswissen zu generieren und Vorschläge zu entwickeln, wie betriebliche Mitbestimmung und Beteiligung aufgebaut, aufrechterhalten und gestärkt werden kann. Dazu wird der Prozess der Betriebsratswahlen, insbesondere die Phase der Wahlkämpfe, durch Beobachtungen, Dokumentenanalysen und Gesprächen mit denjenigen, die darin aktiv involviert sind, multiperspektivisch durchleuchtet.
Dies beinhaltet die Fragen danach,
- welche Personen und Gruppen sich zur Wahl stellen und welche Interessen sie repräsentieren;
- welche Themen, Interessen unterschiedlicher Beschäftigtengruppen und betriebliche Konflikte in Wahlkämpfen virulent werden und inwiefern sich betriebliche mit gesellschaftlichen Themen verbinden und
- welche Medien und Vorgehensweisen in den Wahlkämpfen zur Anwendung kommen.



