Soziale Orte als Innovationsressource. Wie Zukunft in ländlichen Räumen entsteht! (InReSo)

Projektverantwortlich

René Lehweß-LitzmannBerthold Vogel

Projektteam

René Lehweß-LitzmannMaike ReinholdBerthold VogelLukas Underwood

Finanziert von

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)

Projektlaufzeit

Anfang: 01. Oktober 2022
Ende: 30. Juni 2025

Organisation

Projektinhalt

Innovationsfähigkeit ist zunächst kein Thema, das mit strukturschwachen Regionen in Verbindung gebracht wird. Innovationen umzusetzen erfordert Ressourcen, die diesen Regionen oftmals fehlen. Im Zentrum des Projekts InReSo stand die Frage, wie Regionen, die von Abwanderung, Alterung, Fachkräftemangel und Infrastrukturschwund herausgefordert sind, Innovationsanforderungen erfolgreich bewältigen können. Das Projekt knüpfte an das Konzept Sozialer Orte (Kersten/Neu/Vogel 2022) an: Welche Rolle kommt Sozialen Orten für die Innovationsfähigkeit in peripheren Regionen zu?

Der Fokus lag dabei auf sozialen Innovationen, verstanden als Verhaltensänderungen, die es Menschen ermöglichen, ein sich ihnen stellendes Problem besser zu lösen als bisher und die daher beibehalten werden. Wenn sich z. B. engagierte Personen zu einer Initiative formieren, die für bessere Verfügbarkeit von Lebensmitteln, für Mobilitäts- oder Bildungsangebote sorgt, kann dies an einem bestimmten Ort als soziale Innovation gelten.

Das Projekt InReSo untersuchte konkret folgende Fragen: Welche innovativen Initiativen lassen sich derzeit auf dem Land finden? Wie sind sie organisiert und wie arbeiten sie? Welche Herausforderungen stellen sich ihnen? Was leisten sie für ihr lokales Umfeld bzw. wie verändern sie es? Wie innovativ sind sie mit Blick auf ihre Arbeitsweise und ihre Angebote, und lassen sie sich auf andere Orte übertragen? Im Sinne des Soziale-Orte-Konzepts lag ein Schwerpunkt ferner auf den Akteuren vor Ort: Welche konkreten Beiträge leisten sie, was sind ihre Motive und Potentiale? Auf Akteure blickten wir insb. aus einer sektoralen Perspektive, die zwischen organisierter und informeller Zivilgesellschaft, Staat/Kommune und (lokaler) Wirtschaft unterscheidet.

Der empirische Zugriff des Projekts erfolgte über qualitative Fallstudien. Insgesamt wurden 14 bürgerschaftliche Initiativen in verschiedenen strukturschwachen (GRW-)Regionen in Ost- und Westdeutschland ausgewählt. Die Aktivitätsfelder der untersuchten Initiativen waren sehr unterschiedlich: Bildung und Kultur, Pflege des öffentlichen Raums, Lebensmittelversorgung, Mobilität, Ökologie. Diese Auswahl diente der Identifikation von Gemeinsamkeiten über die Spezifika einzelner Branchen hinweg.

Es zeigte sich, dass die Initiativen mit ihrer praktischen Arbeit vor Ort positiv wirken, aber auch neue Impulse setzen, welche in die Region über darüber hinaus ausstrahlen. Dies nicht zuletzt aufgrund der hohen Kompetenzen und Motivation einzelner Personen in der lokalen Zivilgesellschaft. Die Initiativen nutzen die lokal vorhandenen Ressourcen auf kreative Art und sind selbst Ausdruck von Lebendigkeit strukturschwacher Regionen. Ihr Wert liegt über den Beitrag zur ländlichen Regionalentwicklung hinaus auch darin, dass sie zwischenmenschliche Begegnung und Anlässe zu demokratischer Aushandlungen schaffen.

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