Das SOFI bei der 6. „Nacht des Wissens“ in Göttingen

An einem Infostand und einer Mitmachaktion zum Thema „Transformation des Energiesystems Niedersachsen - Konflikte, Wandel, Visionen“ konnten sich die Besucher:innen anhand von Postern über das Forschungsprogramm „Transformation des Energiesystems Niedersachsen (TEN.efzn)“ des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen (EFZN) informieren, an dem das SOFI mit vier Teilprojekten beteiligt ist. Diese befassen sich unter anderem mit der Rolle von Vertrauen als Motor technischer und sozialer Innovationen in Bürgerenergieprojekten, den Auswirkungen von Transformationsprozessen auf Berufsfelder und Arbeitsweisen sowie mit lokalen Konfliktpotenzialen und Gelingensbedingungen im Rahmen von regionalen Energievorhaben wie Geothermie oder Offshore-Anlagen. Die Projektbearbeiter:innen Klaus-Peter Buss, Nina Kerker, Sören Messinger-Zimmer und Milena Prekodravac stellten ihre Forschungsprojekte mit SOFI-Direktor Berthold Vogel vor und luden die Besucher:innen ein, ihre Perspektiven und Wünsche zur Gestaltung der Energiewende zu teilen. Durch interaktive Formate konnten diese die eigene Situation reflektieren, Forderungen an die Landespolitik priorisieren und das eigene Wissen zur gesellschaftlichen Bewertung erneuerbarer Energien testen. Unter den Teilnehmenden herrschte weitgehend Konsens: Regionaler Konsum, Achtsamkeit im Verbrauch, wenig bis kein Fleischkonsum und Rad statt Auto tragen auf individueller Ebene positiv zur Energiewende bei. Gleichzeitig wünschten sich die Besucher:innen mehr Transparenz und im Idealfall eine schnellere Beschlusslage in der Politik, die damit eine Verantwortungsübernahme zeigt und die Dringlichkeit der Energiewende auch auf politischer Ebene zum Ausdruck bringt.“
In der zusammen mit dem Centre for Global Migration Studies (CeMig) der Universität Göttingen veranstalteten Podiumsdiskussion „Von der Grenze zur Fabrik“standen soziale Kämpfe um Asyl und Arbeit im Mittelpunkt: Nach einer Aussage des ehemaligen Bundesinnenministers Horst Seehofer im Jahr 2018 wurde Migration in den letzten Jahren immer wieder als „Mutter aller Probleme“ bezeichnet. Gleichwohl sind es oftmals Menschen ohne deutschen Pass, die die Senioren pflegen, das Päckchen bringen oder den Spargel ernten. Welche Folgen hat es, wenn regierungsseitig und öffentlich gerade diejenigen als „Problem“ bezeichnet, die vielfach und tatsächlich systemwichtige Arbeit machen? Diese Frage haben bei der „Nacht des Wissens“ drei Praktiker:innen diskutiert: Alexandru Zidaru von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) aus Ostwestfalen, einem Zentrum der deutschen Fleischindustrie, Anda Nicolae Vladu von der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg sowie Muzaffer Öztürkyilmaz vom Niedersächsischen Flüchtlingsrat. Während in der mit ca. 70 Teilnehmenden gut besuchten Veranstaltung Einigkeit darüber hergestellt werden konnte, dass das Problem eher schlechte Arbeitsbedingungen und nicht existenzsichernde Löhne als „die Leute“ seien, gingen die Lösungsvorschläge vor allem im Publikum auseinander. Die Podiumsteilnehmenden waren sich allerdings einig, dass der Zugang zu sozialen Rechten und ein gesicherter Aufenthalt Grundvoraussetzungen guter Arbeitsbedingungen sind.
Die Podiumsdiskussion fand im Rahmen der Vortragsreihe „10 Jahre Sommer der Migration“ des CeMig und des SOFI statt, die bis Ende 2025 fortgeführt wird.
- Weitere Informationen über die verbleibenden Veranstaltungen der Online-Vortragsreihe
- Zum generellen Rückblick mit Impressionen der 6. „Nacht des Wissens“