Veranstaltungsrückblick: FGZ-Jahreskonferenz 2025 - Zusammenhalt in Zeiten der „Disruption“

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Vom 08.10.-09.10.2025 fand in Leipzig die Jahreskonferenz des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) mit Beiträgen des SOFI als FGZ-Standort Göttingen statt.

Die FGZ-Jahreskonferenz erkundete im Dialog mit Gästen und Kooperationspartner:innen aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Medien, welche Auswirkungen die aktuellen „Disruptionen“ auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben – und inwiefern demokratischer Zusammenhalt selbst eine Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart sein kann.

In der von SOFI-Direktor und FGZ-Standortsprecher Berthold Vogel mitorganisierten Session des Themenfelds C „Der Wert von Infrastruktur und öffentlichen Gütern. Demokratische und finanzpolitische ,Disruption‘ des Lokalen?!“ am 08.10.2025 schilderten Landrätin Dagmar Schulz (Lüchow-Dannenberg) und Bürgermeisterin Friederike Trommer (Stadt Coswig) anhand eindrücklicher Beispiele aus ihren Kommunen die herausfordernde Aufgabe der kommunalen Mittelverwaltung.
Wünschenswerter Aspekt in diesem Zusammenhang: Vertrauen, das den Kommunen seitens Bund und Ländern entgegengebracht wird. Denn Entscheidungen über die Notwendigkeit kommunaler Investitionen müssten sich nach den lokalen Bedürfnissen richten und vor Ort getroffen werden. Verantwortung, Konkurrenz, Beteiligung sind weitere Stichworte der Debatte. Eine wissenschaftliche Einordung erfolgte durch den Historiker Dirk van Laak (Universität Leipzig), der u. a. betonte, dass sich die soziale Funktion von Infrastrukturen erst durch deren Belebung innerhalb alltäglicher Routinen entwickle.
Das von Kevin Eljezi (FGZ Leipzig) moderierte Panel machte deutlich: Lokaler Zusammenhalt entsteht dort, wo Infrastruktur nicht nur als technisches oder ökonomisches, sondern als soziales und politisches Projekt verstanden wird. Die Frage, was uns die Herstellung öffentlicher Güter wert ist, bleibt dabei zentral. Denn an der Verteilung und Nutzung öffentlicher Mittel stellen sich Fragen nach Gerechtigkeit, Teilhabe und Nachhaltigkeit – und damit zentrale Aspekte gesellschaftlichen Zusammenhalts.

An der Session „Zusammenhalt? Disruption? – Perspektiven marginalisierter Gruppen“ des von Natalie Grimm koordinierten Themenfelds B standen am 09.10.2025 Perspektiven von weniger gehörten Gruppen im Fokus und widmete sich den Zusammenhaltsvorstellungen von prekär Beschäftigten, Erwerbslosen und Geflüchteten. Die dichten Erfahrungen und Erzählungen des marginalisierten Milieus stammen aus dem Qualitativen Panel des FGZ und wurden von Moderator Felix Axster (FGZ Berlin), Natalie Grimm (FGZ Göttingen), Ines Grau (FGZ Konstanz), Laura Hanemann (FGZ Frankfurt) und Yann Rees (FGZ Bielefeld) durch Impulse vorgetragen sowie aus der Praxis von Michael David (Diakonie Deutschland) kommentiert. 

Nähere Informationen zur FGZ-Jahreskonferenz