Veranstaltungsrückblick: Das SOFI bei der FGZ-Tagung „Sozial-ökologische Transformation und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Intersektionen zwischen Klimawandel, Infrastrukturen und Demokratie“ 2026

bis

Das SOFI war als Göttinger Standort des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) mit mehreren Beiträgen an der FGZ-Querschnittstagung vom 28.-29.05.2026 in Frankfurt am Main beteiligt.

Unsere Kolleg:innen waren dabei als Forscher:innen der laufenden FGZ- und TEN.efzn-Projekte sowie des NFDI4Energy-Projekts am SOFI vertreten.

Die interdisziplinäre Tagung verband Analysen zu sozialen Konflikten mit politischen Aspekten (wie Gerechtigkeit, Demokratie), um Herausforderungen sowie Gestaltungsmöglichkeiten der sozial-ökologischen Transformation zu identifizieren. 

  • Stefan Rüb (FGZ Göttingen) beschäftigte sich in seinem Beitrag mit betrieblichen Konflikten in der sozial-ökologischen Transformation der Automobilindustrie. Er verdeutlichte, dass Konflikte sich dabei insbesondere an den die Transformation begleitenden Restrukturierungen entzünden (verbunden mit Beschäftigungsabbau und Kostensenkungsmaßnahmen). Demokratische Mechanismen der Konfliktbearbeitung kämen dadurch ebenso unter Druck wie klimapolitische Ambitionen.
  • Julia Zilles und Sören Messinger-Zimmer (SOFI, Forschungsprogramm „Transformation des Energiesystems Niedersachsen (TEN.efzn)“) stellten in ihrem Vortrag zu „Sozialen Flieh- und Bindekräften im Kontext der Energiewende“ nach einer kurzen Präsentation ihres Forschungsprojekts sowie ihrer langjährigen empirischen Erfahrung im Themengebiet, ihre aktuellen konzeptionellen Überlegungen zum Spannungsverhältnis zwischen Flieh- und Bindekräften vor. Sie beschreiben Anerkennungskonflikte als zentrale These.
  • Andrea Hense und Ina Kaufhold (FGZ Göttingen) präsentierten mit Sebastian Jürss und Arne Koevel (FGZ Bremen) biografisch geprägte Sichtweisen auf den Klimawandel. Dabei wurde herausgearbeitet, dass nicht nur sozio-ökonomische Ungleichheiten der aktuellen Lage sowie des bisherigen biografischen Verlaufs bei den Maßnahmen zu berücksichtigen sind. Ebenso wichtig ist es, Anerkennungs- und Autonomiebedürfnisse zu beachten, die es ermöglichen, eigene Entscheidungen zu treffen und die hart erarbeitete Lebensleistung nicht in Gefahr zu sehen.
  • Der Beitrag von Milena Prekodravac (SOFI, TEN.efzn) „Migration und nachhaltige Arbeit im Kontext der ökologischen Transformation“ beleuchtete die Schnittstelle von Migration und Energiewende mit Blick auf Teilhabe und Anerkennung. Im Fokus standen dabei Qualifizierungsprogramme für Zugewanderte. Erste Ergebnisse des Teilprojekts zeigen: Unklare Anforderungen, Sprachbarrieren und Diskriminierung erschweren den Übergang in qualifikationsadäquate Beschäftigung – trotz dringend benötigter Kompetenzen.
  • Andrea Hense (FGZ Göttingen) und Jann-Friedrich Hesse (SOFI, NFDI4Energy - Nationale Forschungsdateninfrastruktur für die interdisziplinäre Energieforschung) stellten in ihrem Vortrag „Zusammenhalt vor Ort in der Klimakrise: Infrastrukturen, politische Gestaltungsmöglichkeiten und soziale Ungleichheiten“ konzeptionelle Überlegungen vor, inwiefern lokale Mobilitätsinfrastrukturen den gesellschaftlichen Zusammenhalt beeinflussen. Sie berücksichtigten dabei das Verhältnis von objektiven Kontextdaten und subjektiven Bewertungen sowie die soziale und räumliche Einbettung der Individuen.

Vielen Dank für die beiden Tage mit anregenden Diskussionen und spannenden Beiträgen – wir freuen uns auf den weiteren Austausch!