Bei der diesjährigen Konferenz vom 22.04.-24.04.2026 in Leeds war das SOFI mit mehreren Vorträgen vertreten.
Lukas Underwood präsentierte in seinem Online-Vortrag „Out with the old, in with the new? – Mentality Shift through working as a Social Media Creator” konzeptionelle Überlegungen zum Zusammenhang von Mentalitätswandel und Arbeits- und Lebensweisen. Er diskutierte dabei die These, dass junge professionelle Content-Creator:innen vielversprechende Voraussetzungen für einen Mentalitätswandel bieten. Ursache hierfür ist, dass sich anhand einer spezifischen Arbeitserfahrung und einer jungen, stark durch die Sozialisation im Elternhaus geprägten Biografie ein Spannungsverhältnis ergeben kann. Die Arbeitsweise der Creator:innen unterscheidet sich oftmals wesentlich von derjenigen der Elterngeneration, da sie sich als dereguliert, digitalisiert und ökonomisch prekär beschreiben lässt. Dies hat Einfluss auf die aktuell realisierbare und zukünftig planbare Lebensweise.
Martin Kuhlmann und Tammo Mannott beschäftigten sich im Stream „Sustainability and Labour Organisations“ mit arbeitspolitischen Herausforderungen und der Rolle der Sozialpartner in der Kreislaufwirtschaft. Ergebnisse ihres KREIS-Projekts zeigen, dass Kreislaufwirtschaft zwar Ziel von industriepolitischen Förderinitiativen ist, Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen dabei jedoch zu wenig in den Blick genommen werden. In ihrem Vortrag identifizierten sie eine große Bandbreite von arbeitspolitischen Handlungsbedarfen: Aspekte wie z.B. Verdienstmöglichkeiten oder Arbeitsschutz im Recyclingbereich ließen sich im Rahmen bestehender sozialpartnerschaftlicher Strukturen bearbeiten, bei anderen Fragen, wie etwa der arbeitsbezogenen Unterstützung von Start-ups, wären demgegenüber branchenübergreifende Initiativen sinnvoll.
Peter Birke war Mitorganisator des Special Streams „Labour Migration and the Labour Process: Transformations in Labour Mediation“ als Teil der Aktivitäten eines internationalen Netzwerks, an dem das SOFI seit 2023 beteiligt ist und das bereits mehrere Konferenzen veranstaltet hat (Institut für Sozialforschung, Frankfurt/Main, ILPC 2024 in Göttingen, Konferenz an der Universität Padua, 2025). In Leeds war der Stream mit über 40 Beiträgen der größte der ILPC. Birke selbst war mit einem Beitrag zu einer Buchpublikation beteiligt, in dem er gemeinsam mit Devi Sacchetto grundlegende Perspektiven der Bearbeitung des Themas „Migration and Trade Unions“ vorstellte.
Im Stream „Sustainability and Labour Organisations” zeigte Silke Ötsch, dass die Akzeptanzforschung plausibel darlegt, warum die ökologische Transformation stärker durch partizipative, inklusive wirtschaftsdemokratische, Institutionen gestaltet werden sollte. Rein technokratische Modelle ignorieren den Interessenausgleich und führen zu einer Wahrnehmung von Kontrollverlust, was zum politischen Scheitern der Projekte führt – wie das Beispiel Sustainable Finance und die Klimafinanzierungslücke verdeutlichen. Mehr dazu folgt im Projekt NFDI4Energy.
Vielen Dank für drei Tage mit spannenden Vorträgen und anregenden Diskussionen – wir freuen uns bereits auf die nächste ILPC 2027 in Spanien!
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