Veranstaltungsrückblick: „Zusammen geht was – unsere Demokratie stärken“: Tischgespräch der Diakonie in Niedersachsen

Wie lässt sich Demokratie stärken – und welche gesellschaftlichen Voraussetzungen braucht sie?

Darüber diskutierte Natalie Grimm am 20.08.2026 beim Tischgespräch „Zusammen geht was – unsere Demokratie stärken“ der Diakonie in Hannover gemeinsam mit Hanna Naber, Präsidentin des Niedersächsischen Landtags, und Kommunikationsexpertin Carline Mohr. Moderiert wurde die Veranstaltung von NDR-Moderatorin Tina Hermes. Rund 40 Gäste aus Kirche, Diakonie, Politik und Gesellschaft beteiligten sich an dem offenen Austausch. 

Natalie Grimm brachte Erkenntnisse aus dem qualitativen Panel des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) ein. Seit 2020 werden darin Menschen aus unterschiedlichen sozialen Lebenslagen wiederholt zu ihrem Alltag und ihren Erfahrungen mit gesellschaftlichem Zusammenhalt befragt. Eine zentrale Erkenntnis: Wie Menschen auf Gesellschaft und Demokratie blicken, hängt eng mit ihren biographischen und alltäglichen Erfahrungen zusammen. 

Grimm betonte deshalb, dass die aktuelle Debatte über die Stärkung der Demokratie nicht auf politische Einstellungen, Kommunikation oder den Umgang mit Polarisierung verengt werden dürfe. Demokratie hat soziale und strukturelle Voraussetzungen. Soziale Ungleichheit, der Abbau sozialstaatlicher Sicherheiten und marode Infrastrukturen können das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen beeinträchtigen. Sozialpolitik sei daher immer auch Demokratiepolitik.

Zugleich wurde diskutiert, welche Rolle gesellschaftliche Institutionen wie Kirche und Diakonie spielen können. Sie sind Orte, an denen ganz konkret erfahren wird, ob Unterstützung erreichbar ist, Beteiligung möglich wird und unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen miteinander in Kontakt kommen. Gerade solche Erfahrungen von Anerkennung, Zugehörigkeit und Mitgestaltung können demokratischen Zusammenhalt fördern. Das Tischgespräch machte zugleich deutlich, dass eine lebendige Demokratie Räume für Begegnung und Auseinandersetzung braucht. 

Eine zentrale Botschaft des Nachmittags lautete aus Sicht der SOFI-Forschung: Wer Demokratie stärken will, muss auch danach fragen, welche Erfahrungen Menschen mit dieser Gesellschaft machen. Demokratie muss nicht nur erklärt und verteidigt werden – sie muss im Alltag erfahrbar sein.

  • Informationen zur Veranstaltung finden Sie auch hier: [LINK]