Über das SOFI

Das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) wurde im Jahr 1968 als nichtkommerzielle, universitätsnahe Forschungseinrichtung gegründet. Der eingetragene gemeinnützige Verein ist seit 1983 ein An-Institut der Georg-August-Universität Göttingen, seit 2020 assoziierter Campus-Partner.

Das SOFI erforscht die vielgestaltige, sich stets verändernde Welt der Arbeit und setzt mit seiner Forschung Impulse für eine demokratische Gestaltung der Gesellschaft.

Die Institutsarbeit folgt dem Prinzip einer anwendungsorientierten Grundlagenforschung, die sich zentralen Themen der Zeit widmet: In den Projekten werden Fragen der Digitalisierung und Berufsbildung ebenso behandelt wie die Folgen prekärer Beschäftigung und sozialer Ungleichheit. In jüngerer Zeit rücken verstärkt die Produktion öffentlicher Güter und die Praxis sozialen Zusammenhalts in den Vordergrund. So ist das SOFI seit dem 1. Juni 2020 einer von elf Standorten des bundesweiten Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) und leistet als FGZ-Teilinstitut am Standort Göttingen Beiträge zu den Themenfeldern Arbeit, Lebensweisen und öffentliche Güter.

Seinem Selbstverständnis nach ist das Institut nicht nur Forschungsstätte, sondern auch wissenschaftlicher Ausbildungsbetrieb. Auf diese Weise repräsentiert das SOFI einen lebendigen und vielfältigen Ort, an dem Forschungstradition und neue Methoden, aktuelle Themen und fundierte Expertise produktiv zusammenkommen.

Forschungsperspektiven

Um die Arbeitsgesellschaft und ihre Veränderungen in ihrer Vielschichtigkeit erfassen und die Befunde in einen übergreifenden Zusammenhang stellen zu können, verfolgt das SOFI drei Forschungsperspektiven:

  • Im Mittelpunkt der Perspektive „Arbeit – Organisation – Subjekt“ stehen die sich verändernden Arbeitsformen und -situationen, betriebliche Arbeitspolitiken sowie komplexe Wechselwirkungen zwischen Arbeitsgestaltung und Arbeitsorientierungen der Beschäftigten. Untersucht werden die mit dem Wandel von Erwerbsarbeit verbundenen Aushandlungsprozesse, Konflikte und Gestaltungsmöglichkeiten. Anhand von vergleichenden Analysen unterschiedlicher Organisationskonzepte wird grundlegendes Orientierungswissen über Gestaltungsoptionen und Wirkungen arbeitspolitischer Strategien erarbeitet.
  • Eine zweite Forschungsperspektive hat die „Sozioökonomie von Arbeit“ zum Thema. Auch in dieser Perspektive werden Auseinandersetzungen um die Gestaltung von Arbeit auf der Unternehmensebene in den Blick genommen. Allerdings richtet sich der Fokus hier stärker auf die Wechselwirkungen zwischen betrieblichen „politics in production“ (etwa die Konflikte um die Gestaltung von Arbeitsprozessen) und jenen „politics of production“ (Burawoy), die außerhalb des Unternehmens als komplexer Zusammenhang ökonomischer, politischer und gesellschaftlicher Regulierung auf Erwerbsarbeit einwirken, etwa in Form der Veränderungen von Arbeitsmärkten, Sozial  und Bildungspolitik oder Standards gesellschaftlicher Arbeitsteilung.
  • Die dritte Perspektive wirft Licht auf Veränderungen im Spannungsfeld von „Erwerbsarbeit und Gesellschaftsordnung“. Die theoretischen und normativen Grundlagen der Arbeitsgesellschaft werden in dieser Perspektive stärker hervorgehoben. Hierzu zählen Forschungen zur Wohlfahrtsproduktion, zum Wert öffentlicher Güter sowie zu erwerbsbiografischen und lebensverlaufsbezogenen Prozessen der sozialstrukturellen Entwicklung. Das Bildungssystem wird hierbei ebenso zum Thema wie die Infrastruktur der Daseinsvorsorge, die Dynamik der Migration ebenso wie prekäre Arbeits- und Lebensformen.


Institutsstruktur

Das Institut erhält eine institutionelle Grundfinanzierung durch das Land Niedersachsen. Überwiegend erfolgt die Finanzierung des SOFI durch Mittel u.a. von Landes- und Bundesministerien, anderen öffentlichen Einrichtungen, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Volkswagen-Stiftung, der Hans-Böckler-Stiftung, der Europäischen Union und in geringem Maße auch von Verbänden und Unternehmen.

Die Leitung des Instituts liegt bei dem von der Mitgliederversammlung gewählten Direktorium. Es wird dabei von den Sprechern der Forschungsschwerpunkte sowie vom Präsidium unterstützt.

Ein Kuratorium begleitet und begutachtet die Forschungsarbeit des Instituts.