Projektinhalt

Das Sozialmonitoring beobachtet die sozialräumliche Struktur des Rhein-Main-Gebiets und deren Entwicklung, um so Aussagen über die sozioökonomischen Auswirkungen des Frankfurter Flughafens auf sein Umland zu ermöglichen. Es soll gezeigt werden, welche ökonomischen, sozialen und räumlichen Teilhabebedingungen die Bevölkerung in der Rhein-Main-Region hat und wie der Flughafen diese Strukturen beeinflusst.

Dafür werden Siedlungsgebiete anhand einer begrenzten Anzahl von Indikatoren beobachtet. Bei der Entwicklung der Indikatoren werden vor allem Daten zur Sozialstruktur, etwa Einkommen und Bezug von Mindestsicherungsleistungen, zur sozialen Zusammensetzung und Wanderung der Bevölkerung und ihren Haushaltsstrukturen, zur Bildungsbeteiligung von Kindern und Jugendlichen, zur Beschäftigung am Arbeits- und Wohnort nach Branchen und Qualität der Beschäftigung, zur Bebauung und Flächennutzung, zur finanziellen Situation der Kommunen sowie zur Wertschöpfung in Städten und Gemeinden berücksichtigt. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen Fragen nach Teilhabemöglichkeiten und -risiken der Erwerbsbeteiligung in den Gemeinden, nach Veränderung der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung durch Zu- und Wegzüge sowie Segregationstendenzen in der Region.

Auf Basis von aussagekräftigen Indikatoren werden Gebietstypen gebildet. Diese werden mit bereits vorhandenen Daten zu Fluglärmbelastung, die im Rahmen eines Fluglärm-Monitorings erhoben wurden, zusammengeführt. Die Ergebnisse zeigen dann, ob sich Lärmbelastung und benachteiligte sozioökonomische Lebenslagen in den gleichen Gebieten konzentrieren oder unabhängig voneinander verteilen.

Im Rahmen vertiefender sozialräumlicher Analysen in ausgewählten Gebieten finden Expertengespräche mit den ins Sozialmonitoring einbezogenen Kommunen und Gemeinden insbesondere über die Daten zu innerstädtischen Teilgebieten statt. In dieser vertiefenden Untersuchung werden die statistischen Gebietsbeschreibungen mit Wahrnehmungen und Einschätzungen vor Ort verglichen. Zudem werden Gruppengespräche – sogenannte Fokusgruppen – mit ausgewählten Personen durchgeführt, bei denen die angedachten Erhebungsinstrumente überprüft werden sollen.

Um die Auswirkungen der Siedlungsmuster und der Luftverkehrsanbindung auf die Lebensqualität der Bevölkerung zu erfassen, werden schließlich Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern durchgeführt. Hierfür werden Teilgebiete ausgewählt, die die verschiedenen sozioökonomischen Gebietstypen repräsentieren, sich aber in ihrer Lärmbelastung unterscheiden. Damit werden Fragen nach der Wahrnehmung des Flughafens und des Fluglärms, nach der wahrgenommenen Lebensqualität sowie nach Motiven der Wohnortwahl und Abwanderungsabsichten beantwortet.

In dem Projekt wird also die Grundlage für eine Beobachtung von Gemeinden und Teilgebieten nach einem gemeinsamen regionalen Ansatz erarbeitet, wobei der Schwerpunkt auf dem Einfluss des Flughafens liegt. Ziel ist es, dass auf Basis der Ergebnisse des Projekts ein regelmäßiges Monitoring eingeführt werden kann, das als Instrument kommunaler Sozialplanung eine Informationsgrundlage für Entscheidungen kommunaler Sozialpolitik und Stadtentwicklungsplanung bietet.

Auftraggeber des Sozialmonitorings ist das Umwelt- und Nachbarschaftshaus, eine Tochter des Landes Hessen und geschäftsführender Akteur im Forum Flughafen und Region (FFR). Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) Osnabrück sowie der Hochschule Bochum durchgeführt.

Hier finden Sie eine Broschüre zum Projekt.

Weitere Informationen zum Sozialmonitoring finden Sie im Internet unter www.sozialmonitoring.de.