Pandemiefolgenforschung
Forschung
Die Coronapandemie hat weitreichende gesellschaftliche Veränderungen angestoßen und die Defizite und Potenziale unseres Gemeinwesens sichtbar gemacht. Sie hat Arbeitsbedingungen und Arbeitsbeziehungen verändert, neue Anforderungen an kommunales und staatliches Handeln gestellt und Fragen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, Anerkennung und politischem Vertrauen aufgeworfen.
Die Pandemiefolgenforschung am SOFI hat diese Entwicklungen untersucht und analysierte in mehreren Studien, welche Erfahrungen und Veränderungen über die akute Phase der Pandemie hinaus fortwirken.
Ein besonderer Fokus lag auf der Erwerbsarbeit als zentralem Ort gesellschaftlicher Erfahrung. Empirische Forschungsprojekte untersuchten, wie Beschäftigte die Pandemie erlebten, welche Belastungen und Ungleichheiten auftraten und wie sich Arbeitsbedingungen und berufliche Sicherheiten veränderten. Dabei zeigte sich: Die Pandemie war eine gesamtgesellschaftliche Erfahrung, deren Folgen jedoch sozial und beruflich ungleich verteilt waren.
Die sozialen Folgen der Pandemie wurden insbesondere in den vom COVID19- Forschungsnetzwerk Niedersachsen (COFONI) geförderten Projekten untersucht: „Betriebliche Gesundheitspolitik zur Pandemiebewältigung“ analysierte das Zusammenwirken betrieblicher und externer Akteure, während „Schutz. Vertrauen. Versöhnung?! Pandemie-Reflexionen in Zeiten sozialen Long-COVIDs“ die sozialen und politischen Langzeitfolgen der Pandemie erforschte, insbesondere Erfahrungen von Jugendlichen, aber auch von Verantwortungsträger:innen der Pandemiepolitik. Diese Reflexion der Pandemie soll es ermöglichen, Schlussfolgerungen für gesellschaftliche und staatliche Handlungsfähigkeit in zukünftigen Krisen zu ziehen.
Am SOFI wäre diese Forschung zu den Folgen von Corona auf die Lebens- und Arbeitswelt ohne die zukunftsweisende Entscheidung des Landes Niedersachsen, den interdisziplinären Austausch mit Expert:innen aus Medizin und Gesellschaftswissenschaften zu fördern, nicht möglich gewesen. Dieser Austausch fand nicht nur im COFONI-Netzwerk statt, sondern bereits 2021 im Niedersächsischen Landtag im Rahmen des „Sonderausschusses zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie und Vorbereitung auf künftige pandemiebedingte Gesundheits- und Wirtschaftskrisen“ unter der Beteiligung von Berthold Vogel. Mit seiner Expertise wurde er im selben Jahr in den Long COVID-Expertenrat des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (MS) sowie 2022 als Co-Vorsitzender des Long-/Post-Covid-Komitees im COFONI-Netzwerk berufen. Für die Pandemie-Projekte am SOFI waren diese Netzwerk- und Gremienbeteiligungen die Basis.
- Eine Sammlung von Studien, Forschungsergebnissen und Transferaktivitäten zu gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie finden Sie im Corona-Forschungsarchiv des SOFI: [LINK]
- Informationen zum Long/Post COVID-Komitee mit Berthold Vogel als Co-Vorsitzendem im COFONI-Netzwerk: [LINK]
- Eine Auswahl von Medienberichten zum COFONI-Abschlusssymposium nach fünf Jahren Pandemieforschung in Niedersachsen im Juni 2026 können Sie hier einsehen: [LINK]
- „Soziales Long Covid“ und die Pandemie als Lernraum: Zwei Deutschlandfunk-Interviews über die Corona-Pandemie mit Berthold Vogel: [LINK]
- Informationen zur öffentlichen Sitzung der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ am 21.09.2026 mit einer Stellungnahme von Berthold Vogel im Deutschen Bundestag finden Sie hier: [LINK]
Abgeschlossene Projekte
Schutz. Vertrauen. Versöhnung?! Pandemie-Reflexionen in Zeiten sozialen Long-COVIDs
Projektteam:
Knut TulliusBerthold VogelMorteza Fakharian
Projektverantwortlich:
Berthold Vogel
Betriebliche Gesundheitspolitik zur Pandemiebewältigung – Perspektiven des Zusammenwirkens betrieblicher und externer Akteure
Projektteam:
Kristin CarlsMartin KuhlmannBarbara Splett
Projektverantwortlich:
Martin Kuhlmann
Soziologische Pandemiefolgenforschung am SOFI Göttingen
Projektteam:
Hinrich GehrkenSarah HerbstBerthold VogelMorteza Fakharian
Projektverantwortlich:
Berthold Vogel

Forschende
Dr. Morteza Fakharian (ehemalig)